Zahnhygiene- und Schul-Projekt - Guatemala

Andreas Degenhardt hat ein Projekt für indigene Kinder und deren Familien ins Leben gerufen. Seit 9 Monaten lebt er auf einer Kakaofarm und wurde dabei auf wichtige Umstände aufmerksam. Ich lasse ihn selbst erzählen...

 

„Im Laufe der Zeit habe ich das Vertrauen der Kinder unserer Arbeiter und auch deren Mütter gewonnen. Immer, wenn ich morgens vor der Hütte war, kamen die Kids, um neugierig zu beobachten, was der Gringo denn so treibt. Und beim Anblick in die Münder selbst der Kleinsten habe ich mich wirklich erschrocken. Fast alle Kinder haben schon schlimmsten Karies. Als erste Maßnahme habe ich Zahnbürsten, Zahnpasta und Becher gekauft und diese an die Kinder der Nachbarschaft verschenkt – in der Hoffnung, dass sich nun alle Kinder fleißig die Zähne putzen. Das haben alle auch brav etwa 2 – 3 Tage gemacht. Dann nicht mehr….

Das führte mich zu dem Entschluss, eine Nachbarin zu fragen, ob sie den Kindern beibringen kann, wie Zähne zu pflegen sind. So wurde das Projekt Zahnhygiene geboren. Wir konnten eine ausgebildete Lehrerinn (Erika) einstellen, die den Kindern 4 Tage die Woche Unterricht gibt. Im Zuge dessen werden schon die Kleinsten in den Themen Zahnhygiene und allgemeine Hygiene ausgebildet. Ganz praktisch bedeutet dies, dass vor dem Unterricht immer die Zähne gemeinsam geputzt werden.

Zusätzlich konnten wir drei Zahnärzte überzeugen, pro bono die Kinder zu untersuchen. Der nächste Zahnarzt ist ca. 80 km entfernt und eine Behandlung für die allermeisten Menschen hier unerschwinglich.

Weitere wertvolle Punkte des Unterrichts von Erika sind Umwelt-Bewusstsein und Ernährungs-Bewusstsein. Dabei geht es um Fragen wie: Warum sollen wir Plastik nicht einfach wegwerfen? (Das stellt ein großes Problem nicht nur in dieser Gegend dar). Warum sollen wir kein Wasser trinken, wenn oben im Fluss gewaschen wird? Was ist „gute“ Nahrung? – Zu Beginn wurden Tortillas, Super Cola, Süßigkeiten und Bohnen gegessen. Das führt zu Mangel und Unterernährung, obwohl dieses Land so reich an natürlichen Dingen ist! In diesem Zusammenhang haben wir zwei weitere Projekte gestartet, die durch die Kinder unter der Supervision der Lehrerin gepflegt werden:

Einen Schulgarten, um Gemüse anzubauen sowie einen Hühnerstall mit 12 Hühnern für Eier und Fleisch.

Da die Schule hier in der Gegend von der Regierung keinen großen Stellenwert genießt, haben wir den Unterricht weiters um die drei Basis Fächer Lesen – Rechnen – Schreiben in den Sprachen Qeqchi und Spanisch erweitert. Es ist wichtig zu verstehen, dass 98% der Menschen hier kein Spanisch sprechen und somit der Zugang zu öffentlicher Unterstützung fast nicht gegeben ist.

Was wir mit eurer Hilfe verwirklichen wollen:

  1. Wir möchten Tische und Bänke bauen, damit die Kinder nicht auf viel zu großen Plastikstühlen sitzen müssen.

  2. Wir investieren weiter in Zahnputz-Sachen (das kann sich hier keine Familie leisten)

  3. Kauf von Büchern, Malutensilien und anderen Unterrichtsmaterialien

  4. Bezahlung von Material, das die Zahnärzte bei ihrem nächsten Besuch im Mai kaufen müssen. Ihre Aktivität ist, wie gesagt, pro ono (es handelt sich also um freiwillig geleistete Arbeit für das Gemeinwohl, ohne oder nur mit wenig Bezahlung).

Ich habe einen großen Teil dieser Aktivitäten mit meinem eigenen Geld finanziert. Doch wir möchten nach einer Phase, in der wir Erfahrung sammeln, dieses Projekt ausweiten. Erst einmal lernen wir, was hilft, was nicht hilft und wo das Europäische Denken nicht kompatibel ist mit dem Guatemaltekischen / Qeqchi-Denken.

Wir sind sehr dankbar für eure Bereitschaft, uns zu unterstützen!“

Und wir sind dankbar, dass es Menschen wie Andreas gibt, die hinschauen statt wegschauen und aktiv werden, um etwas zu verändern und Leichtigkeit zu bringen! DANKE!

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Entfaltung für Kinder